Wednesday, November 2, 2011

Japan braucht keine Godzillas

Gestern traf ich mich abends mit meinem japanischen Freund Takashi und seiner Frau Mari. Takashi und ich hatten uns auf meiner ersten Japanreise vor mehr als 20 Jahren auf Kyushu kennengelernt. Wir verbrachten einen gemütlichen Abend in einem Restaurant in Ikebukuro und ich wurde einmal mehr auf eine kleine Entdeckungsreise in die japanischen Küche eingeladen. Wer denkt, die Japanische Küche umfasse nur Sushi und Sashimi, der sollte einfach mal in der Goolge Bildersuche "japanese cuisine" eingeben. So vielfältig und raffiniert wie das Essen präsentiert wird, so vielfältig und subtil ist es auch geschmacklich. Ein anderes Mal mehr dazu.

In seiner zurückhaltenden Art entspricht Takashi schon etwas unserem Cliché vom höflichen Japaner, der lieber mal eine Frage unbeantwortet lässt und vielleicht auch mal eine Frage nicht stellt. Er ist jedoch ein wenig in der Welt herumgekommen und hat berufshalber (er ist Manager in einem grossen Elektronikunternehmen) relativ viel Kontakt mit Menschen aus anderen Ländern. Jedenfalls wollte ich die Gelegenheit nicht auslassen, ihn nach seiner Meinung bezüglich des wassertrinkenden Kabinettsmitglieds zu fragen. Ich erzählte ihm also, wie mein Gastgeber reagiert hatte und dass mir das ganze wie ein billiger Werbegag vorkomme. Noch bevor ich ausgeredet hatte, stimmte mir Takashi zu. Seine heftige Reaktion schien eine Mischung von Ärger und Entrüstung über den Politiker, der seine Landsleute für dumm verkaufen will und Japan im Ausland der Lächerlichkeit preisgibt. "This man thinks he is Godzilla." Godzilla - ein atomarer Mutant. Man kann nur hoffen, dass im japanischen Parlament nicht noch mehr solche Leute sitzen. Japan baucht keine Godzillas.

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